CereAlp

Nutzungspotential der Brotgetreide-Landsorten in Tirol und Südtirol!
Regionale, qualitativ hochwertige landwirtschaftliche Produkte haben in der Alpenregion gute Vermarktungschancen.

Zielsetzungen

Das Interreg-IV-Projekt CereAlp (Projektlaufzeit 01.06.2013–31.03.2015) soll die notwendige Basis für eine praktische Nutzung von Brotgetreide-Landsorten in der Alpenregion schaffen.

Über uns

Am Projekt CereAlp beteiligt sind das Land- und Forstwirtschaftliche Versuchszentrum Laimburg und das Amt der Tiroler Landesregierung.

 

Einleitung

Regionale, qualitativ hochwertige landwirtschaftliche Produkte haben in der Alpenregion gute Vermarktungschancen. Produzenten fragen daher verstärkt nach landwirtschaftlichen Erzeugnissen aus regionaler Produktion, die zu unverwechselbaren und typischen Produkten veredelt werden können. Allerdings ist das Wissen über Anbau und Potentiale regionaler Sorten über die Jahre in Vergessenheit geraten. Das Projekt CereAlp setzt hier an und wird das notwendige Basiswissen zu den lokalen Brotgetreide-Landsorten erarbeiten. Der Schutz der Biodiversität und die Erhaltung pflanzengenetischer Ressourcen haben in den letzten Jahren weltweit an Bedeutung gewonnen. Die Verdrängung lokaler Sorten durch einige wenige Hochzuchtsorten hat dazu geführt, dass der Verlust an genetischer Vielfalt unter den Arten, die zu den Hauptkulturpflanzen gehören, besonders hoch ist.

Tirol und Südtirol haben ein breites Spektrum an Getreide-Landsorten zu bieten. Landsorten sind alte Sorten, die an die Anbaubedingungen ihrer Herkunftsregion angepasst sind und ein lebendiges Natur- und Kulturerbe darstellen. Bei den verschiedenen lokalen Landsorten konnte eine große Variabilität (z.B. Wuchshöhe, Ertrag) festgestellt werden, dies lässt auch auf eine große Variabilität hinsichtlich der für eine praktische Nutzung relevanten Eigenschaften schließen. Während die Getreide-Landsorten in einer umfangreichen Sammlung gesichert sind, liegen aussagekräftige Beschreibungen des Nutzungspotentials der gesammelten Landsorten nur zum Teil vor. Dies ist aber essenziell für den praktischen Anbau und somit die Gewinnung der Rohstoffe für veredelte Produkte.

Das Projekt CereAlp dient somit der Erweiterung der Vielfalt in der Kulturlandschaft, mit gleichzeitiger Unterstützung lokaler Kreisläufe im Brotgetreidebereich beiderseits des Brenners. Dadurch werden neben den Bäckern auch die Bauern unterstützt, für die der Getreideanbau eine interessante Alternative darstellen kann.

Tätigkeiten

  • Saatgutvermehrung der Landsorten

    Die gesammelten Landsorten aus Tirol und Südtirol sind in der Tiroler und der Südtiroler Genbank gesichert.

  • Agronomische Charakterisierung

    Die Feldversuche zur agronomischen Charakterisierung der Dinkel- und Roggen-Landsorten werden an vier unterschiedlichen Standorten in Tirol und Südtirol durchgeführt.

  • Charakterisierung der Krankheitsanfälligkeit

    Die Anfälligkeit der Dinkel- und Roggen-Landsorten gegen im Getreideanbau häufig auftretenden Pilzkrankheiten (Braunrost, Schwarzrost, Schneeschimmel, Septoria, Fusarien) wird unter kontrollierten Bedingungen im Gewächshaus untersucht.

  • Inhaltsstoffliche, backtechnologische und sensorische Charakterisierung

    Die Qualität der künftigen Backwaren ist ein weiterer Schwerpunkt des Projektes. Am Erntegut werden Inhaltsstoffe untersucht, die entweder für die Ernährung oder für den Backprozess wichtig sind.

  • Verbreitung der Ergebnisse

    Die Ergebnisse des Projektes werden für die Erstellung eines Landsorten-Kataloges verwendet.